Ich gebe zu, dass ich mittlerweile auch dazu gehöre. Zu den Menschen, die regelmäßig Facebook oder das Handy auf neue Nachrichten checken und es auch während der Arbeitszeit nicht lassen können. Aus Selbstschutz habe ich mich deshalb auch lange dagegen gewehrt. Erst damals gegen studiVZ, dann gegen Facebook und zum Schluss zwar mit Händen und Füssen, aber am Ende doch erfolglos gegen WhatsApp (der soziale Druck war am Ende einfach zu groß ;)). Da ich privat und im Büro recht häufig online bin, war ich auch lange Zeit stolzer Besitzer eines Handys, mit dem man eben nicht auf der Fahrt von und zur Arbeit im Internet surfen konnte. Irgendwann brauchte ich es aber für die Arbeit und auch privat musste ich mir mittlerweile ein Smartphone (wenn auch weiterhin ohne Internet) zulegen.

Da ich selbst meistens nicht stark genug bin, meine Zeit aber eigentlich gerne sinnvoll nutze, wünsche ich mich häufig eine Browseranwendung, die mir den Zugriff auf eine Seite sperrt, auf der ich gerade erst war und das idealerweise für
einen von mir definierten Zeitraum (den ich dann nach und nach verlängern kann, um einen sanften Entzug zu machen).

Eine solche Browseranwendung gibt es leider bisher weiterhin nicht, allerdings gibt es für Google Chrome das Plug-in „Timewaste timer“, welches mich zur Kasse bittet, wenn
ich meine Zeit bei Facebook verschwende. Dafür zahle ich zu Beginn 20 US-Dollar ein und darf dann eine Stunde pro Tag kostenlos auf Facebook verbringen. Komme ich darüber hinaus, wird mir pro Tag ein Dollar abgezogen. Somit habe ich 20 Tage
für den Entzug oder ich zahle erneut ein. Das Geld geht dabei in die Hände der Entwickler, die dieses nach eigenen Angaben dafür verwenden wollen, weiteren Menschen dabei zu helfen, die Informationsüberflutung und digitale Ablenkung
zu besiegen.

Ist das Plug-in brauchbar?

Jein. Das Plug-in geht für alle die nur durch Selbstbestrafung lernen, sicher in die richtige Richtung, springt mir aber zu kurz. Da ich auch viele sinnvolle Gespräche auf Facebook führe, kann eine Stunde am Tag auch schnell aufgebraucht
sein, ohne, dass man seine Zeit dort vertrödelt hätte. Dafür wäre es dann vermutlich gut, wenn man definieren könnte, was als Zeitverschwendung gilt. Auch, dass das Geld an die Entwickler geht und man nicht etwa an soziale Projekte
spenden kann, wird die große Masse sicher von der Nutzung abhalten. Letztlich sind wir ebenso wie die Raucher ja davon überzeugt „wenn wir wollten, könnten wir jederzeit aufhören“. Warum also Geld dafür zahlen.

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